Ein schönes Hobby, bei dem sich gleich auf vielen Feldern betätigt. Akustik, Elektronik, Mathematik, Holzbearbeitung und Design.
Benötigte Werkzeuge:
Stichsäge, Oberfräse, Bohrmaschine, Zollstock,
Zirkel, Bleistift...evtl. noch eine Tischkreissäge wenn man sich die Bretter
selber zuschneidet.
Material:
Als Boxen-Material kommen Plattenwerkstoffe wie
Spanplatte oder MDF(Mitteldichte Faserplatte)in Frage. Weiterhin kann man
Sperrholz(Multiplex), Acryl, Beton etc. verwenden. Beachtet werden muss, dass
das Material nicht nachschwingt wenn man dagegen klopft. Bei kleinen Boxen
sollte 16mm starkes Material verwendet werden. Bei Grösseren mindestens 19mm.
Ich werde jetzt nicht im Einzelnen den Zusammenbau Schritt für Schritt beschreiben, weil das schon tausendmal beschrieben wurde.
Deshalb nur ein paar Einzelheiten (Kleinigkeiten auf die man achten sollte):
Gehäuseverklebungen:
Das Gehäuse sollte komplett verleimt werden.
Es braucht nicht unbedingt noch verschraubt werden, aber schaden tuts auch
nicht. Geleimt wird entweder mit normalem Holzleim(z.B. Ponal) oder auch
Montagekleber(z.B. Pattex Kraft Montage Kleber). Wenn mit Holzleim verleimt
wurde, sollte man die Box von innen mit Heisskleber abdichten. Silikon ist auch
geeignet, allerdings greifen die Gase, die durch das Ausdünsten des Silikons
entstehen, die Klebestellen(Sicken-Membran-Verbindung...) an den
Lautsprecherchassis an. Deshalb sollte man die Gehäuse vor dem Einbau der
Chassis gut ausdünsten lassen. Wenn man Montagekleber verwendet, braucht man das
Gehäuse nicht extra abzudichten, weil der Montagekleber von der Konsistenz schon
mit Silikon zu vergleichen ist.
Gebrauchshinweise zum Montagekleber: Es wird
immer ein dünner Strang Kleber aufgetragen und dann durch hin- und her bewegen
des aufzuleimenden Brettes ganzflächig verteilt. Das sollte gemacht werden, weil
der Kleber ziemlich dick aufträgt. Somit entstehen schnell 1mm Fugen, die erst
ganz zum Ende auffallen und dann nicht mehr beseitigt werden können.
Versteifungsbretter:
Ein Gehäuse kann nie stabil genug
sein.
Erst einmal sollte man sich klar machen, dass in erster Linie die
Schallwand und die Rückwand am stärksten schwingen, weil der Tieftöner sie
direkt zum Schwingen in die selbe Richtung anregt. Generell schwingt immer die
Seite mit der grössten Fläche. Deshalb sollte man entweder gerade diese Wände
stärker ausführen oder(günstiger und effektiver)man baut Versteifungen ein. Beim
Einbau von Versteifungsbrettern muss man unbedingt drauf achten, dass sie
wirklich richtigen Kontakt mit den zu beruhigenden Wänden haben. Deshalb müssen
Versteifungen unter hohem Druck(Schraubzwingen) eingeleimt werden.
Furnieren:
Furnieren ist nicht schwer. Das Furnier sollte immer 2cm
länger geschnitte werden, als eigentlich benötigt. Es gibt einmal die
Bügelmethode und die Pressmethode.
Bügelmethode:
Bei dieser Methode
wird zuerst das zu verarbeitende Furnier und die zu furnierende Boxenseite
einseitig mit Holzleim bestrichen. Man wartet dann ca. 15min. bis der Leim
glasig ist. Dann legt man das Furnier auf die Box und richtet es aus. Mit einem
Bügeleisen(auf Vollgas stellen!) wird das Furnier dann von der Mitte beginnend
in dünnen Bahnen aufgebügelt. Also von der Mitte aus nach unten, dann nach oben
und wieder in der Mitte anfangen.
Pressmethode:
Bei dieser Methode
werden das Furnier und die Box wieder mit Holzleim bestrichen und dann wird das
Furnier sofort auf die zu furnierende Box gelegt. Dann legt man auf das Furnier
eine Platte(Spanplatte etc...) und klemmt diese mit Schraubzwingen in der
Mitte beginnend fest. An den Seiten auslaufender Leim muss sofort mit einem
feuchten Tuch weggewischt werden. Man darf aber nicht zu viel Leim aufstreichen,
weil der Leim sonst durch das Furnier drückt.
Wenn beim Furnieren Risse
entstehen, kann man diese mit Holzreperaturpaste, auffüllen. Dazu muss aber
vorher das Gehäuse einmal klarlackiert werden. Weil sonst die Holzpaste
ebenfalls auf den anderen Stellen haften bleibt und dann am Ende ein heller
Schleier an der Stelle entsteht.
Optimierung der Basswiedergabe
Wenn die neu gebaute Box durch eine schwache Basswiedergabe negativ auffällt, muss das nicht unbedingt direkt an der Box selber liegen, sondern an den Raum, oder der Aufstellung der Boxen.
Man sollte sich vor Augen halten, dass die tiefe Töne aufgrund ihrer grossen Wellenlänge den Schall kugelförmig abstrahlen. Die Raumwände reflektieren diesen Schall teilweise(reflektierte Frequenzen sind abhängig von der Stärke der Wand).
Nun kann man sich sicher leicht vorstellen, dass in einer Raumecke der grösste Teil der tiefen Töne reflektiert wird.
Also sollte man ein wenig mit der Aufstellung der Boxen experimentieren.
Wenn sie zuwenig Bass rüberbringen, sollte man sie wandnahe aufstellen und zwar am Besten(vom Tieftöner aus gesehen) in gleichem Abstand zu Boden und Wand.
Wenn die Boxen zuviel Bass rüberbringen und vielleicht dröhnen, sollte man sie weiter von der Wand wegstellen.
Es hängt allerdings auch von der Position des Hörers ab, er sollte nicht zu nahe an einer Wand sitzen. Einfach rumexperimentieren...jeder Raum ist da individuell.
Bei Bassreflex-Boxen kann man durch teilweises verstopfen des BR-Rohres die Abstimmfrequenz senken und damit ebenfalls die Basswiedergabe verändern. Ob es eine Verbesserung bringt, ist aber nicht gesagt.
Es gäbe dazu natürlich noch Seitenweise zu berichten, aber ich werde hier erstmal stoppen.
Berechnen der Raumresonanz(unterhalb dieser Frequenz sind die tiefen Töne nicht mehr sauber reproduzierbar):
Schallgeschwindigkeit(341m/s) / (Raumlänge) * 2